Deponie Gudensberg

Nach der Auswertung der Lysimeterversuche in Wabern wurde wir beauftragt, den Qualitätssicherungsplan für die bodenkundliche Überwachung
des Einbaus der Rekultivierungsschicht der ehemaligen Deponie “Am Lamsberg”/Schwalm-Eder-Kreis

zu erstellen.

Im Zulassungsbescheid sowie im Qualitätssicherungsplan wurde u.a. Folgendes gefordert:

  • Die Rekultivierung der Deponie sollte ohne den Einsatz einer HDPE-Folie erfolgen. Dazu hatten die Ergebnisse unserer Lysimeterversuche in Wabern adäquate Alternativen aufgezeigt.
  • Die Rekultivierungsschicht sollte einen Wirkungsgrad der Niederschlagsrückhaltung von ca. 90 % erreichen. Dies sollte einerseits durch die Kombination von Böden mit unterschiedlicher nutzbarer Feldkapazität und andererseits durch verschiedene Zuschlagsstoffe im Oberboden (Klärschlamm, Bioabfallkompost, Hydroabsorber) gewährleistet werden.
  • In der obersten Schicht durften nur Böden mit weniger als 65 % Schluff eingebaut werden, um Erosionsereignisse zu minimieren.

 

AGROFOR wurde mit der Fremdüberwachung der Qualitätssicherung beauftragt. Unten sind einige Arbeitsschritte sowie die Entwicklung der Vegetation auf der Rekultivierungsschicht zu sehen.

Der Zulassungsbescheid sowie der von AGROFOR erstellte Qualitätssicherungsplan sahen vor, daß in die oberste Lage der Rekultivierungsschicht (links) 100 g Hydroabsorber (Superabsorber) je m² sowie Kompost und Klärschlamm (zusammen max. 130 g Stickstoff je m²) ausgebracht werden.

Zunächst wurden Bioabfallkompost und dann Klärschlamm mit einem Heckstreuer ausgebracht und anschließend mit einer Rotoregge in den Boden eingearbeitet, da der Klärschlamm eine sehr rutschige Bodenoberfläche bedingt. Im Anschluß wurde der Absorber „Stockosorb 400 K“ der Fa. Stockhausen mit einem Zweischeiben-Düngerstreuer flächig in der geforderten Menge je m² ausgebracht.

Anschließend wurde der Hydroabsorber ebenfalls mit einer Rotoregge in den Boden eingearbeitet. Mit der Einarbeitung des Hydroabsorbers wurde im gleichen Arbeitsgang die Fläche mit einer Rasensaatgutmischung eingesät.

Danach wurden Erosionsschutzmatten ausgebracht und verankert.


Der eingearbeitete Kompost entspricht den Qualitätsanforderungen der Bundesgütegemeinschaft Kompost e.V. (1994) und der ausgebrachte Klärschlamm erfüllt die Anforderungen der Abfallklärschlammverordnung (1992).

Trotz der vergleichsweise späten Aussaat (die letzten Teilflächen wurden im November eingesät!), entwickelte sich die Vegetation hervorragend. Dies ist u.a. in den Zuschlagsstoffen und den Strohmatten begründet:

  • Die Strohmatten reduzieren die Verdunstung und erhöhen die Temperatur an der Bodenoberfläche.
  • Der Hydroabsorber Stockosorb erhöht das Wasserdargebot für das Saatgut.
  • Klärschlamm und Bioabfallkompost sichern die kurzfristige (“Startdüngung”) und langfristige Nährstoffversorgung, verbessern die Bodenstruktur sowie das Wasserspeichervermögen des Boden und verhindern, zusammen mit dem Hydroabsorber und den Strohmatten, die Austrocknung des Oberbodens und somit eine Rissbildung, die zum Abreißen von Feinwurzeln führen würde.
4. Oktober 2000,     



2 Wochen nach der Einssat 4. Oktober 2000,     



2 Wochen nach der Einssat
Ende November 2000 Ende November 2000
Mai 2001 Mai 2001

Abschließend ist zu bemerken, dass es bis heute keine (sichtbaren) Erosionsereignisse oder Bodenrutschungen gegeben hat. Dies ist unserers Erachtens auf die Auswahl der Böden in der obersten Lage der Rekultivierungsschicht (< 65 % Schluff) zurückzuführen.

Die Kombination von Böden mit unterschiedlicher nutzbarer Feldkapazität in den drei Lagen der Rekultivierungsschicht (aber zusammengenommen einem Mindestwasserpeichervermögen je m²) hat dazu geführt, dass über 90 % des Jahresniederschlags in der Rekultivierungsschicht gespeichert wird bzw. durch Evapotranspiration wieder in die Atmosphäre gelangt.

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